Beziehungen sind das wertvollste überhaupt. Jemanden haben, zu dem man immer kommen kann, der einen so annimmt wie man ist, bei dem man sich nicht verstellen muss. Und nein, ich rede nicht nur von den 'fester Freund und feste Freundin'-Beziehungen, quasi von den 'Liebesbeziehungen', sondern genauso wie die Beziehung zu einem Jedem. Zu den Freunden, der Familie, den Lehrern, den Mitmenschen, Allem.
Beziehungen sind zum pflegen da. Ohne Pflege = keine Beziehung. Egal ob man will oder nicht, egal wie sehr man sich reinhängt, man kann eine Beziehung nicht immer auf dem Höhepunkt halten. Es gibt Höhen und Tiefen. Zeiten in denen man sich versteht und viel Kontakt hat und eben auch Zeiten in denen man sich etwas entfernt voneinander. Die Kunst besteht hier, immer wieder zusammen zu finden und nicht ganz zu zerbrechen. Wie oft ich in Tiefen einer Beziehung schon dasaß und gezittert hab, ob es da wieder Höhen geben wird. Sobald ein Tief da ist, hab ich verdammte Angst die Menschen zu verlieren und nie wieder mit ihnen Kontakt zu haben. Doch das war nicht so, zumindest nicht oft.
Beziehungen bestehen aus Vertrauen. Meiner Meinung nach, ist Vertrauen das/der wichtigste Teil in einer Beziehung. Beziehungen beginnen oft ganz klein und irgendwann vertraut man sich. Manchmal ist das Vertrauen auch einfach da. So wie bei meiner Familie. Nicht bei meinen Eltern und Geschwistern, aber bei meinen Onkel und Tanten. Da war das Vertrauen automatisch da. Und das ist bezaubernd. Obwohl wir uns kaum kennen und nur selten sehen, hab ich mehr Vertrauen in sie, als in manche Freunde.
Vertrauen kommt nicht von heute auf morgen, über Nacht und ist dann plötzlich da. Das ist ein langer Prozess, bis Vertrauen aufgebaut ist.
Hier möchte ich klären, was heißt Vertrauen?
Ist das dieses Vertrauen, bei dem man Menschen etwas über sein Leben erzählt, Fakten, Tatsachen, Erlebnisse oder ist das dieses Vertrauen, bei dem man jemandem sein Leben anvertrauen kann und sich sicher ist, dass er es nicht zerstört? Klar, das 'erste' Vertrauen fassen wir viel schneller, zumindest einige. Bei dem 'zweiten' dauert es eine gewisse Ewigkeit. Ich bin sowieso nicht so jemand, der sofort alles preisgibt. Selbst meine besten Freunde wissen -meines Erachtens nach- nur relativ wenig über mich. Doch ich vertraue ihnen.
Hier möchte ich nochmal auf das Vertrauen im allgemeinen zurückgreifen. Ein einfaches, ernst gemeintes 'Ich vertraue dir' ist unbezahlbar. Vor allem, wenn du überhaupt nicht damit rechnest. (Und wenn man dann in einer Mail als die 'Vertraute' angesprochen wird, obwohl man es nicht erwartet hat, lässt das, das Herz schon ein wenig hüpfen.
Zwanghaft eine Beziehung zu halten und zu vertrauen tut nicht gut. Ja, sobald die Liebe, die Gemeinschaft von beiden Seiten verflogen ist, braucht man gar nicht erst versuchen da irgendetwas aufrecht zu behalten - es klappt nicht. So schade es auch ist. Die beste Beziehungen gehen auseinander (Siehe Heide Klum und Seal:( ) Und wenn es nicht mehr klappt, was bringt es, krampfhaft, versuchen weiter diese Beziehung zu leben? Nur damit man sich eben noch 'kennt'?
Und dann noch zum Titel: Jede Beziehung ist kostbar. Ist es die Beziehung zu der Familie, zu den Freunden oder zu der/dem Geliebten. Was ist mit deiner Bäckerin, auch wenn du jeden Morgen nur drei Worte mit ihr wechselst, oder deiner Blumenverkäuferin? Die Postbotin, oder die Nachbarin, mit der du immer so gemütlich plauderst. Was ist mit denen Menschen, denen man oftmals nur einen müden Blick zuwirft? Was ist mit den Lehrern, über die man sich wahrscheinlich mehr aufregt und eher weniger mit ihnen reden möchte. Diese Beziehungen sind genauso wertvoll. Nur weil sie nicht so tief sind, wie andere, müssen sie ja nicht unbedingt schlechter sein. Die drei Worte am Morgen von deiner Bäckerin tun gut, genauso, wie deine Blumenverkäuferin dir den Tag versüßt. Die Postbotin legt ein lächeln an den Tag, an das du dich noch den ganze Tag lang erinnerst. Die Nachbarin lobt, wie gut man doch aussieht, oder der Garten, oder das Haus. Die Menschen nehmen dir deine Blicke nicht übel, verzeihen dir. Und die Lehrer, die magst du eigentlich schon, du magst sie eben nur nicht, weil sie Lehrer sind. Die meisten Lehrer sind als Person voll ok. Du solltest dich nicht immer mit ihnen anlegen, sondern nett, freundlich, höflich zu ihnen sein, denn sie mögen dich genauso wie du sie magst.
Beziehungen sind so individuell. Ich liebe die Vielfalt, die Kreativität und all das, was eine Beziehung versteckt. Bei jedem Menschen ist das anders. Zu jedem hat man seine eigene, persönliche Beziehung.
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