Ja, richtig. Ich glaube an Gott! 'Ja, aber warum?' Interessante Frage. Der könnten wir uns nähern.
Meiner Meinung nach ist es für mich zu früh diese Frage zu beantworten, aber ich will es trotzdem tun, weil die Frage definitiv am häufigsten fällt. Ich will ganz ehrlich sein, bei der ganze Geschichte.
Ich hab schon als ganz kleine Kind an Gott geglaubt, bzw. da gab es nicht mal eine andere Option. Meine Eltern haben mir das eben so beigebracht, dass man Morgens und Abends betet. Dann wurde ich immer größer und älter. Und dann kam die Konfirmation. Bis zur Konfirmation war das immer so ein 'Ja, ich mach es halt einfach, wurde mir ja so beigebracht' - ich hab nur gebetet, in die Kirche bin ich nur an Weihnachten - Und dann ab der Konfirmation waren da praktisch so Engel und Teufel in mir - wie man das kennt aus Filmen, wenn die einem auf den Schultern sitzen, so war das - Der Engel meinte 'Ja, glaub an Gott. Fester und Intensiver' Und der Teufel meinte 'Du bist zu cool dafür' - Ich mein, er hatte irgendwie Recht. Mit der Konfirmation kam nämlich meine "ganz coole" Zeit - Und dann hab ich mich dazu entschlossen an Gott zu glauben, aber nur so hintenrum, wenn es niemand sieht. Ich bin jeden zweiten Sonntag in den Jugendgottesdienst. Und so ging das dann, bis letztes Jahr im Sommer. Da hab ich zwei unglaubliche Christen kennen gelernt. Nicht dass sie unglaubliche Christen waren, sonder sie waren als Menschen unglaublich. Unglaublich schön, unglaublich klug, witzig, intelligent, nett, einfach alles. Und da hab ich gedacht 'Ich muss die kennen lernen aber dafür muss ich glaub mehr gläubig sein, also werd ich halt mehr gläubig' Ich bin unheimlich froh, dass ich sie kennen gelernt hab, doch für den Gedanken verabscheu ich mich ein bisschen selbst. - Fragt besser nicht warum. - Ich hab gedacht, dass ich nur über Gott an die rankomm, also, was hab ich zu verlieren, wenn ich meine Beziehung vertiefe und wenn es mehr wird als Morgens und Abends zu beten und jeden Sonntag in die Kirche zu gehen. Ich hab sie kennen gelernt, Gott aber nicht. Ich hab lange Zeit lang auch gedacht, dass ich an Gott glaube, weil es fast niemand macht. - Alles was ich mal angefangen habe, hat irgendwer auch machen müssen, aus meinem engsten Bekanntenkreis. Sowas nervt. Angefangen hat das mit dem Einradfahren, dann, nach Spanien zu reisen, zu fotografieren und so weiter... Alles, was ich wollte, was mein Traum war, wollte jemand anders sofort auch, das hat mich genervt und richtig aufgeregt. - Und hier hab ich gedacht 'Ich glaub wenn ich jetzt anfang richtig an Gott zu glauben, wird das niemand tun. Ich hab etwas für mich. (Der Gedanke ist jetzt so dumm, richtig dumm und ich muss einfach nur darüber lachen, doch so hab ich gedacht).
Und jetzt, nach vielen, vielen Tiefen hab ich meine Antwort gefunden. Es ist richtig, was kann ich verlieren, wenn ich an Gott glaube? Gar nichts. Meine Antwort jetzt lautet: Weil ich ihn kennen lernen will, erleben will. Weil ich gesehen hab, was er für unglaubliche Dinge tun kann. Wie er die schwersten Steine ganz einfach versetzt. Ich bin gefesselt an das was kommt und will nie wieder weg. Das Gefühl, das kann ich nicht beschreiben, denn mich würde niemand verstehen, der nicht an Gott glaubt.
'Auch wenn du nicht mehr glaubst, Erwartungen zurückschraubst und sagst an Gott glaub ich nicht, sag ich dir Gott glaubt an dich'
Bei Gott gibt es Höhen, Gefühle, die ich davor noch nie gespürt hab, erlebt hab. Nie wieder will ich weg, geschweige denn was anderes glauben. Auch wenn es manchmal schwer ist, fest zu halten, ER ist ja da.
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